Vier Ertragssäulen

Das Schweizer Bankensystem ist auf dem Modell der Universalbank aufgebaut. Konkret: Alle Banken können alle Bankdienstleistungen anbieten. Das schlägt sich in der aggregierten Erfolgsrechnung der Banken in der Schweiz nieder, die vier Hauptertragsquellen offenlegt: das Zinsgeschäft, das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das Handelsgeschäft und den Übrigen ordentlichen Ertrag. Für die letzten fünf Jahre präsentieren sich die vier Ertragssäulen der Banken in der Schweiz wie folgt:

Betrachtet man nur die (grün unterlegten) Ertragsblöcke, erhält man den Eindruck einer recht unspektakulären (langweiligen) Seitwärtsbewegung. Für das Handelsgeschäft gilt das nicht: Die Erträge haben sich von 2021 bis 2025 fast verdoppelt. Ein reger Handel in Edelmetallen, Devisen und Kryptowährungen dürfte der Hauptgrund dafür sein.

Das folgende Diagramm macht die Entwicklung der vier Ertragskomponenten seit 2005 transparent:

Volatile Jahresergebnisse in den letzten fünf Jahren

Gleich wie der Betriebsertrag hat sich auch der Geschäftsaufwand in den letzten fünf Jahren unspektakulär entwickelt. Anders die Jahresgewinne: Das Spektrum reicht von mediokren Ergebnissen in den Jahren 2021 und 2022 von CHF 7.789 Mia. bzw. CHF 6.516 Mia. bis hin zu einem Rekordgewinn von CHF 25.878 Mia. im Jahr 2023. In den Jahren 2021 und 2022 drückten insbesondere die hohen Abschreiber der CS den Gewinn nach unten. Der veritable Gewinnsprung im Jahr 2023 ist zur Hauptsache dem markanten «Fusionsertrag» aus dem UBS-CS-Deal zuzuschreiben. 

Zinsmargen stabilisieren sich auf tiefem Niveau

Alles in allem ist die Zinsmarge, d.h. der Zinserfolg in Prozent der Bilanzsumme, im neuen Jahrtausend mehr und mehr erodiert: für alle Banken von 1,11% im Jahr 2000 auf 0,65% im Jahr 2025.

Weil der Erfolg aus dem Zinsgeschäft – vorab für die Retailbanken – die wichtigste Ertragsquelle ist, waren Gegenmassnahmen angesagt, so etwa die forsche Ausweitung des Hypothekarvolumens oder der Versuch, sich im Wertschriftengeschäft (Anlageberatung, Vermögensverwaltung) zu etablieren. Angesichts eines sich zunehmend überhitzenden Aktien- und Immobilienmarktes und eines sich abzeichnenden Drucks auf die hohen Gebühren (z.B. Depot- und Börsengebühren, Beratungsgebühren, Fondsgebühren) stellt sich die Frage, ob das auf die Dauer gut gehen kann.

Nicht nur hohe «Beletage»-Boni - auch hohe Löhne und Gehälter

Die Boni in der «Beletage» der Banken geben immer wieder zu reden. Dabei geht zuweilen vergessen, dass die Bankbranche generell sehr gute Löhne zahlt. Mit mittleren Brutto-Jahreslöhnen im Bereich von CHF 200'000.00 stechen die Börsenbanken, die Auslandbanken und die Grossbank UBS heraus. Aber auch die durchschnittlichen Brutto-Jahreslöhne der Retailbanken sind nicht wirklich von «schlechten Eltern». Die aussagekräftigeren Median-Löhne lassen sich anhand der Bankenstatistik leider nicht ermitteln.